Laub

Unsere Siedlung am Dorfrand war früher mal das Waldstück eines Bauernhofes. Viele der Bäume hat man beim Bau der Siedlung stehen lassen. Auf unserem Grundstück befinden sich acht ältere Eichen, auf den Nachbargrundstücken einige weitere. Und an der Südgrenze unseres Gartens wird die vorbeiführende Straße von einer Lindenallee gerahmt.

Es ist malerisch, es ist verwunschen und im Sommer Gold wert, und es gibt: Laub.

In unserem Dorf kümmert sich nicht die Gemeinde um die Laubentsorgung; der Bürger ist zuständig. Unsere Vormieter sprachen mal mit uns darüber und wirkten, als würden sie immer noch unter Albträumen und Panikattacken leiden angesichts der Laubmassen, von denen sie in unserem Garten Jahr für Jahr begraben wurden. Das Laub ist sogar ein Grund für eine moderate Miete, das Laub wird als Fluch empfunden, das Laub müsste uns doch abschrecken. Na das klingt doch verheißungsvoll.

Aber es gibt eine Rettung: die selbstorganisierte Laubaktion der Lindenallee-Anwohner. „Das Laub muss weg!“ verkündet der Flyer alljährlich in unserem Briefkasten und bietet Laubentsorgung gegen Spenden, Mitanpacken oder andere Hilfen wie Kuchen, Getränke und/oder Kinderbetreuung. Eine tolle Sache! Am Ende ist jeder sein Laub los, es gibt eine Spende für die Jugend der Feuerwehr und Kuchen, Kaffee und Bier für alle Helfer. Unbedingt empfehlenswert!

Wir haben dann allerdings immer noch die Wahl zwischen dem Abtransport von  60+ Gartenabfallsäcken zu je 380 Litern voller Laub – oder einem gänzlich undenkbaren Schritt in deutschen Gärten: Vielleicht muss ja auch gar nicht alles Laub entsorgt werden?!

In diesem Jahr starten wir das Experiment „Laubkompost„. Nicht mit dem ganzen Laub, aber mit einem ganzen Teil davon. Wenn alles gut geht, erhalten wir dann mit Hilfe der Regenwürmer in einem Jahr wunderbaren Kompost für unsere Ertragszone. Auch der Rest des Laubes stresst uns nicht mehr: Durch die Definition einer Pufferzone mit Sträuchern und mehreren Totholzhaufen kann auf einer wachsenden Fläche im Garten das Laub einfach als Mulchschicht liegen bleiben. Auch die Beeren freuen sich über eine schöne Schicht Laub als Mulch. Einen großen Laubhaufen lassen wir für Tiere liegen. Nur die Magerzonen und die Wiese werden geräumt. Danach ist immer noch ein bisschen was übrig – aber schon deutlich weniger.

Wie man Laubkompost macht, erfahrt ihr hier.

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